Zwischen Soundcheck und Software: Matthias Wermke über die Entwicklung von VR EasySpeech

Matthias Wermke ist seit vielen Jahren fester Bestandteil des Verlag Dashöfer und als Produktmanager für die Weiterentwicklung von VR EasySpeech zuständig. Wenn er nicht gerade an neuen Features feilt oder im Austausch mit Kundinnen und Kunden deren Trainingsbedürfnisse ermittelt, steht er mit gleich zwei Bands auf der Bühne. Genau diese Mischung aus technischer Produktvision und musikalischer Performance prägt seine Arbeit: Er hat die Entwicklung von VR EasySpeech von der ersten Idee an begleitet und weiß, wie Menschen wirkungsvoll auftreten – ob in der virtuellen Realität oder vor einem echten Publikum. Im Interview spricht er über seine Vision für die Weiterentwicklung des Produkts, verrät sein persönliches Lieblingsfeature, erzählt von der schönsten Rückmeldung aus der Praxis und zieht spannende Parallelen zwischen musikalischer und rhetorischer Performance.​

1. War dir von Anfang an bewusst, welches Potenzial VR für Soft-Skill-Training hat – oder hat sich das erst im Prozess gezeigt?​

Am Anfang war mir vor allem klar, dass VR eines kann, das klassischen Trainingsformaten oft fehlt: zeit- und ortsunabhängiges Training kombiniert mit direktem und vor allem objektivem Feedback. Das volle Potenzial hat sich dann aber tatsächlich erst im Prozess gezeigt als wir die ersten Erfahrungen „am Kunden“ gemacht haben. Unglaublich wie schnell Menschen emotional reagieren, obwohl sie „nur“ eine virtuelle Umgebung sehen. Da war klar: Hier passiert Lernen auf einer ganz anderen Ebene. Nervosität, Fokus, allmählich entstehende Souveränität – all das fühlt sich plötzlich real an. Und genau dort entsteht nachhaltige Entwicklung.

2. Als Musiker weißt du: Performance ist alles. Hilft dir dieses Wissen bei der Weiterentwicklung von VR EasySpeech?​

Wer schon mal auf einer Bühne stand, weiß, dass Technik allein nichts bringt, wenn die Performance und Energie nicht stimmen. Das gilt für die Musik genauso wie für Präsentationen. Um diese Souveränität zu erlangen, reicht das Üben im Proberaum nicht aus. Denn das Wichtigste ist die Routine auf der Bühne. Und da sehe ich den Ansatz von VR EasySpeech: Genau diese Routine unter realitätsnahen Bedingungen zu erlangen.

a. Was ist wichtig bei der Vorbereitung auf einen Auftritt?​

Vorbereitung bedeutet nicht, jeden Satz auswendig zu lernen. Es geht darum, Sicherheit auszustrahlen: Was will ich sagen und warum ist es wichtig? Vor allem aber: Wie wirke ich dabei? Hier setzt VR EasySpeech an. Man kann Auftritte realistisch durchspielen, Fehler machen, Feedback bekommen und es direkt noch einmal probieren. Das ist wie eine Generalprobe – auf der Bühne. Mit virtuellem Publikum und mit messbaren Daten, die zeigen, wo man noch nachjustieren kann.

3. Als Produktmanager kennst du das Produkt in- und auswendig. Welches Feature ist dein persönliches Highlight – und warum?​

Mein persönliches Highlight ist ganz klar die Kombination aus realistischer Simulation und objektivem Feedback. Also nicht nur das Gefühl „Das lief gut“ oder „Das war nix“, sondern konkrete Auswertungen zu Sprechtempo, Füllwörtern, Blickverhalten oder Pausen. Diese Transparenz sorgt oft für echte Aha-Momente – und genau die sind der Startpunkt für Veränderung.

4. Und welches Feature wird bisher unterschätzt?​

Eines meiner Lieblingsfeatures, die vielleicht noch nicht all unsere Userinnen und User auf dem Schirm haben, ist die Upgrade-Möglichkeit YourBrand. Damit hat man u. a. die Möglichkeit, eigene Stegreifreden-Themen zu hinterlegen und seinen Trainierenden zur Verfügung zu stellen. Mit dieser recht kleinen weiteren Investition wird der Use Case für den Kunden noch einmal viel praxisbezogener nutzbar. Eine sehr coole Möglichkeit, um die Anwendung ganz nah an den Unternehmensalltag zu bringen!

5. Du stehst im engen Kontakt mit unseren Kundinnen und Kunden. Welche Rückmeldung hat dich besonders bewegt oder überrascht?​

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Rückmeldung einer Kundin, die nach einigen Trainingssessions mit VR EasySpeech gesagt hat: „Ich habe immer gedacht, ich bin einfach nicht der Typ fürs Präsentieren. Jetzt weiß ich, dass ich es lernen kann.“ Das zeigt, dass es nicht nur um Technik geht, sondern um Selbstwirksamkeit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

6. Nimm uns mit in deinen Kopf: Welche nächsten Entwicklungen stehen an?​

Wir arbeiten stark daran, das Training noch nachhaltiger zu gestalten und die Learning Journey weiter auszubauen. Der Entwicklungsschwerpunkt soll daher darauf liegen, den Trainierenden im Anschluss dabei zu begleiten, die im Training erlangten Erkenntnisse bezüglich der eigenen Verbesserungspotenziale nutzen zu können, indem sie weiteren theoretischen Input, aber auch praktische Anwendungsbeispiele erhalten. Damit haben die Trainierenden noch stärker die Möglichkeit, ihre Skills zu optimieren. Diese Entwicklung läuft bei uns unter dem Titel „Trainingsempfehlungen“ und wir freuen uns schon sehr darauf, diese 2026 unseren Kund:innen vorstellen zu dürfen.

Unsere Kundinnen und Kunden fragten auch:​

1. Wie realistisch fühlt sich das Training in VR an und reagieren Teilnehmende wirklich emotional auf die virtuelle Umgebung?​

Ja. Viele Trainierende berichten davon, dass sich Nervosität, Fokus und Anspannung überraschend echt anfühlen. Genau diese emotionale Aktivierung sorgt am Ende auch für nachhaltige Lernerfahrungen und dass das Gelernte hängenbleibt.

2. Welche konkreten Daten und Auswertungen liefert VR EasySpeech, um Präsentationsfähigkeiten gezielt zu verbessern?​

Das System analysiert unter anderem Sprechtempo, Füllwörter, Pausen und Blickverhalten. Außerdem erhalten Nutzende objektives Feedback und erkennen konkrete Optimierungspotenziale.

3. Für wen eignet sich VR EasySpeech besonders?​

VR EasySpeech eignet sich für alle, die regelmäßig präsentieren – von Fach- und Führungskräften bis hin zu Nachwuchstalenten. Unternehmen profitieren besonders, wenn sie Präsentationskompetenz systematisch für und mit ihren Mitarbeitenden entwickeln möchten

Michelle Bittroff
Michelle arbeitet seit Oktober 2023 als Online-Redakteurin beim Verlag Dashöfer. Nach ihrem Germanistik-Studium in Leipzig hat es sie in die schöne Hansestadt Hamburg verschlagen, wo sie in ihrer Freizeit gerne spazieren geht und mit einem Kaffee in der Hand den Blick auf die Alster genießt.
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram