Jeder von uns muss gelegentlich schlechte Nachrichten überbringen. Ob es darum geht, eine runtergefallene Lieblingsvase zu beichten oder auf der Arbeit einer Kollegin sagen zu müssen, dass ihre Performance sich dringend verbessern muss – schlechte Nachrichten überbringen erfordert Fingerspitzengefühl und tiptop Kommunikation.
Anstehende Umstrukturierungen, Leistungsschwächen oder gar eine Abmahnung: Im Arbeitskontext gehört schlechte Nachrichten überbringen zum Daily Business. Das macht das Ganze aber leider nicht einfacher. Wie gelingt es also, anlässlich von schwierigen Themen und mit emotionalen Gesprächspartnern Gespräche zu führen, die konstruktiv verlaufen und die Fronten nicht verhärten?
Schlechte Nachrichten überbringen mit der AnKoGePo-Methode
Eine vielversprechende Methode zur Vorbereitung auf das Überbringen schlechter Nachrichten ist die AnKoGePo-Methode. Diese Methode lässt sich auch auf die schwierigsten Situationen anwenden und ist universell einsetzbar – von der eigenen Beziehung bis hin zum Gespräch mit der Chefin oder dem Kollegen. Die etwas komplizierte Abkürzung steht für Anlass, Kontext, gemeinsames Interesse und positives Gesprächserlebnis und bietet einen strukturierten Ansatz, um schwierige Gespräche zu planen und durchzuführen, insbesondere wenn es darum geht, schlechte Nachrichten gut zu überbringen.
Anlass: Warum haben wir uns heute eigentlich hier versammelt?
Der Anlass bezieht sich auf den konkreten Grund oder die Situation, die das Gespräch erforderlich macht. Ihr Gegenüber sollte wissen, worauf es sich einlässt, und nicht aus nebulösen Gründen ins Büro zitiert werden. Das macht nur nervös!
Kontext: Was ist der Kontext der schlechten Nachricht?
Der Kontext legt die Hintergrundinformationen und die Gründe dar, warum die schlechte Nachricht überhaupt überbracht werden muss. Es hilft Ihrem Gegenüber, die Situation besser zu verstehen. Worum geht es und warum ist das Problem groß genug für ein Gespräch?
Gemeinsames Interesse: Inwiefern sitzen Sie mit Ihrem Gegenüber in einem Boot?
Im nächsten Schritt betonen Sie die gemeinsamen Ziele oder Interessen zwischen Sprecher und Empfänger der Nachricht. Das stärkt die Beziehung und zeigt, dass beide Seiten an einer positiven Lösung interessiert sind.
Gesprächserlebnis: Was wäre das ideale Ergebnis und wie erreichen wir es?
Das Ziel Ihres Gesprächs sollte immer ein positiver Ausgang sein, kein bloßes Schimpfen. Am Ende sollten Sie eine gemeinsame Lösung vorgeschlagen haben – oder, bei Problemen, die sich nicht so einfach lösen lassen, zumindest ein optimistisches Gefühl bei Ihrem Gegenüber hinterlassen, dass die schlechte Nachricht nicht das Ende der Welt bedeutet. So schließen Sie das Gespräch auf eine konstruktive und optimistische Weise ab.
Die AnKoGePo-Methode bietet zusammengefasst einen systematischen, allgemeingültigen Ansatz, um schwierige Gespräche erfolgreich zu bewältigen und Ihre Kommunikation beim Überbringen schlechter Nachrichten zu verbessern.
Darauf sollten Sie außerdem achten, wenn Sie schlechte Nachrichten überbringen:
Timing ist alles: Schlechte Nachrichten überbringen – aber zur richtigen Zeit
Wählen Sie einen geeigneten Zeitpunkt, um schlechte Nachrichten zu überbringen. Eine ruhige Umgebung und das Berücksichtigen des emotionalen Zustands der Empfänger sind dabei wichtig. Sonst wird alles unnötig noch schlimmer, als es ohnehin schon ist.
Kein Eiertanz: Sagen, was Sache ist
Seien Sie ehrlich und direkt in Ihrer Kommunikation. Beschönigen Sie nicht und vermeiden Sie Ausflüchte oder Relativierungen. Klare und unmissverständliche Informationen sind essenziell, um die Ernsthaftigkeit der Situation angemessen zu vermitteln, wenn Sie schlechte Nachrichten überbringen.
Empathie beeinflusst die Kommunikation
Versetzen Sie sich probehalber in die Lage des Empfängers oder der Empfängerin schlechter Nachrichten – uff, nicht schön! Empathie spielt eine entscheidende Rolle bei der Überbringung schlechter Nachrichten. Zeigen Sie Verständnis für die Gefühle Ihres Gegenübers und bieten Sie Unterstützung an, ohne die Ernsthaftigkeit der Situation herabzuspielen.
Schlechte Nachrichten überbringen: So geht’s
Stellen Sie sich vor, ein Teammitglied wirft Ihnen offen und vor allen anderen vor, Sie würden Aufgaben unfair verteilen und sich nur bei Ihren Lieblingskollegen regelmäßig melden, während andere links liegen blieben. Wie könnte Ihnen die AnKoGePo-Methode in diesem ganz konkreten Fall nützlich werden?
Anlass: „Vielen Dank, dass Sie das Thema gerade offen angesprochen haben. Ich merke, dass Sie sich über die Aufgabenverteilung im Team ärgern. Lassen Sie uns kurz darüber sprechen, damit wir klären können, wie es zu diesem Eindruck gekommen ist.“
Kontext: „Mir ist wichtig, dass die Aufgaben im Team fair verteilt sind. In letzter Zeit haben wir einige Projekte parallel laufen, und ich musste Aufgaben teilweise sehr kurzfristig vergeben. Dabei kann es passieren, dass manche Kolleginnen und Kollegen häufiger angesprochen werden als andere – zum Beispiel, wenn sie gerade an einem bestimmten Projekt arbeiten oder besondere Erfahrung mitbringen. Mir ist aber bewusst, dass das von außen manchmal wie eine Bevorzugung wirken kann.“
Gemeinsamkeiten: „Ich denke, wir verfolgen alle das gleiche Ziel: ein gut funktionierendes Team, in dem sich jede und jeder gesehen fühlt und die Arbeit gerecht verteilt ist. Mir ist wichtig, dass Sie sich mit Ihrer Arbeit wohlfühlen und das Gefühl haben, dass Ihre Beiträge genauso wertgeschätzt werden wie die der anderen.“
Position: „Lassen Sie uns deshalb gemeinsam schauen, wie wir die Aufgabenverteilung transparenter gestalten können. Wenn Sie möchten, können wir im Anschluss kurz Ihre aktuellen Aufgaben durchgehen und überlegen, wo Sie künftig stärker eingebunden werden möchten. Mir ist wichtig, dass wir solche Themen direkt ansprechen und gemeinsam Lösungen finden.“
Virtual Reality als Trainingswerkzeug für die Vorbereitung auf schwierige Gespräche
Schlechte Nachrichten überbringen will gelernt sein – und wie so oft zeigt sich: Übung macht den Meister. Und bei Übung ist Virtual Reality ein toller Sparingpartner!
Trainingsprogramme wie EasyAnswer simulieren herausfordernde Gesprächs- und Fragesituationen, in denen Trainierende spontan reagieren müssen – genau wie in realen Meetings, Mitarbeitergesprächen oder Kundensituationen. Die Fragen werden von einer virtuellen Person gestellt und können individuell auf Ihre Anforderungen zugeschnitten werden. Trainiernde beantworten diese Fragen in Echtzeit. Eine KI analysiert anschließend den Inhalt und die rhetorische Qualität der Antwort und gibt direkt Feedback. Dadurch können Sie gezielt an Ihrer Argumentationsfähigkeit, Ausdrucksweise und Reaktionsschnelligkeit arbeiten.
Gerade bei sensiblen Gesprächen – etwa beim schlechte Nachrichten Überbringen – ist diese Form des Trainings besonders wertvoll. Führungskräfte, Personalverantwortliche und auch alle anderen Interessierten können unterschiedliche Gesprächsverläufe durchspielen, lernen, unter Druck klar und empathisch zu formulieren und erhalten unmittelbare Rückmeldungen zu ihrem Kommunikationsverhalten.
So entsteht eine Lernumgebung, in der schwierige Gespräche realitätsnah geübt werden können – lange bevor sie im Arbeitsalltag tatsächlich stattfinden. Dadurch gewinnen Sie Sicherheit, Souveränität und Empathie im Umgang mit anspruchsvollen Gesprächssituationen.
Unsere Kundinnen und Kunden fragten auch:
1. Wie kann EasyAnswer Führungskräfte auf schwierige Gespräche vorbereiten?
EasyAnswer ermöglicht es, herausfordernde Gesprächssituationen in einer virtuellen Umgebung realitätsnah zu trainieren. Führungskräfte beantworten spontane Fragen einer virtuellen Person und üben so, auch unter Druck strukturiert, klar und empathisch zu reagieren.
2. Welche Vorteile bietet VR-Training wie EasyAnswer gegenüber klassischen Rollenspielen?
VR-Training schafft eine immersive und zugleich geschützte Lernumgebung. Teilnehmende können schwierige Gespräche beliebig oft üben, unterschiedliche Reaktionen ausprobieren und erhalten unmittelbares Feedback zu Inhalt, Argumentation und Gesprächsführung.
3. Für welche Situationen eignet sich EasyAnswer besonders gut?
EasyAnswer ist besonders hilfreich für Gespräche, die eine schnelle, souveräne Reaktion erfordern – etwa bei kritischen Rückfragen, Konfliktgesprächen oder beim Überbringen unangenehmer Nachrichten. Durch wiederholtes Training gewinnen Nutzer mehr Sicherheit und Routine im Umgang mit solchen Situationen.

