Employer Branding © Bordinthorn/Adobe Stock
8. Juni 2022
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Caro Otto

Die Top 7 Maßnahmen zum Employer Branding im Überblick

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ „Ihr seid es, Frau Königin“, sprach das Spieglein. Doch das war eine aalglatte Lüge. Der Spiegel wusste genau, dass andere Unternehmen dank gutem Employer Branding längst viel attraktiver waren und das Personal der Königin reihenweise abwarben.

Wie sich Unternehmen wirklich zur Schönsten im ganzen Land verwandeln, lesen Sie in diesem Beitrag.

Was ist Employer Branding und was steckt alles dahinter?

Kurz gesagt: Employer Branding bezeichnet alle Maßnahmen, mit denen sich ein Unternehmen als attraktiver Wunsch-Arbeitgeber positioniert. Etwas sperrig könnte man diese Strategie auch „Arbeitgebermarkenbildung“ nennen. Dieser Begriff zeigt, um was es im Kern geht: Genau wie viele Menschen Marken wie Nestlé, IKEA oder Nike mit einem gewissen Gefühl und Werten verbinden, sollen potenzielle Bewerber und Mitarbeiter bei dem Gedanken an einen Arbeitgeber ebenfalls eine Assoziation haben. Eine möglichst positive natürlich.

Gutes Employer Branding zeichnet sich extern dadurch aus, dass das Unternehmen für potenzielle Bewerber ein „Gesicht“ hat. Sie wissen um die Werte des Unternehmens, finden es authentisch und attraktiv. Kleines Beispiel gefällig? Großes Aufsehen erregte Airbnb, als es die Flexibilität, die hinter dem Ferienwohnungs-Konzept steckt, auch auf seine Mitarbeiter ausweitete. „Das Büro, wie wir es kennen, ist Geschichte“, versprach CEO Brian Chesky in einem Interview. Und ließ Taten folgen. Angestellte in den USA dürfen nun völlig flexibel im ganzen Land arbeiten – und bis zu 90 Tage im Jahr in über 170 weiteren Ländern. Airbnb positioniert sich damit als Arbeitgeber, der die Zeichen der Zeit erkennt und flexibles Arbeiten lebt.

Intern bedeutet Employer Branding, dass sich die Mitarbeitenden mit dem Unternehmen identifizieren und aktiv zur Unternehmenskultur beitragen.

Und das ist wichtig. Gerade jüngere Generationen wollen zudem einen Job mit Sinn und Zusammenhalt. Sie verzichten dankbar auf kalte Büros, in denen man schweigend nebeneinander sitzt, bis man sich um 16 Uhr einen schönen Feierabend wünscht. Employer Branding braucht heute jedes Unternehmen, das sich von der wachsenden Konkurrenz abheben und die besten Talente für sich gewinnen will.

7 wichtige Maßnahmen, die zum Employer Branding einfach dazugehören

Schauen wir uns im Detail an, wie Ihnen das Employer Branding gelingt.

1. Kein Employer Branding ohne USP

Im Grunde gehen Sie beim Employer Branding genauso vor, wie beim normalen Branding. Nur dass Sie Ihre Marke eben nicht Ihren Wunschkunden schmackhaft machen, sondern Ihren Wunschmitarbeitenden. Eine starke Arbeitgebermarke braucht also als allererstes einen USP. Ein Alleinstellungsmerkmal. Beim Employer Branding wird das auch als Unique Employment Proposition (UEP) oder Employee Value Proposition (EVP) bezeichnet.

Fragen Sie sich also (gerne im Brainstorming): Was macht Ihr Unternehmen einzigartig? Oder besser: Was macht Ihr Unternehmen besonders? Was bietet es Mitarbeitern? Oder, mit Blick aufs große Ganze: Was leistet Ihr Unternehmen gesellschaftlich oder ökologisch – sodass Mitarbeiter mit ihrer Bewerbung z.B. etwas für ihren Wunsch nach einer besseren Zukunft tun können?

2. Der USP sollte auch in der Praxis existieren

Außen hui, innen pfui? Keine falschen Versprechungen! Wenn Sie auf Social Media vom guten Miteinander schwärmen, Ihr Team in der Realität aber unter starren Hierarchien und einem cholerischen Chef leidet, spricht sich das schnell herum.

Sorgen Sie also dafür, dass Ihr Unternehmen wirklich etwas bietet und nicht nur verspricht. Jobrad, flexible Arbeitszeiten, eine Kinderbetreuung, soziales Engagement: All das sind Punkte, die sich positiv aufs Employer Branding auswirken. PS: Die Obstschale und kostenloses Wasser zählen nicht dazu. Sonst dienen Ihre Jobangebote bald als Vorlage für eine Runde Benefit-Bullshit-Bingo.

3. Bringen Sie sich in den Kopf der Wunschmitarbeiter

„Wir lieben Lebensmittel“, „Just do it“, „Challenge everything”: Jede große Marke hat einen Slogan, der sich in die Köpfe eingebrannt hat. Und Ihr Unternehmen? Verpacken Sie Ihren USP und Ihre Unternehmenskultur für zielführendes Employer Branding in eine klare Botschaft. Am besten eine, die nicht schon so abgegriffen ist wie die Türklinke am Eingang des Hauptbahnhofs.

4. Zum Employer Branding trägt jeder etwas bei

Fürs Employer Branding sollte nicht nur die HR-Abteilung zuständig sein. Machen Sie es zur Aufgabe aller Mitarbeitenden. Voraussetzung: Ihre Mitarbeiter sind auch wirklich zufrieden, mögen ihren Job und können Ihre Arbeitgebermarke mit gutem Gewissen bestätigen. Dann treten sie ganz automatisch als Botschafter auf. Zum Beispiel, wenn sie sich privat über den Job unterhalten.

Um es mit Walt Disney zu sagen: „Machen Sie das, was Sie machen, so gut, dass die Leute es noch einmal sehen wollen und ihre Freunde mitbringen.” Ein Unternehmen, bei dem die Arbeitsatmosphäre stimmt, bei dem Mitarbeitenden zu fairen Bedingungen arbeiten und grundsätzlich gerne in den Arbeitstag starten, wird mit dem Fachkräftemangel keine Probleme haben. Denn klar ist: Ein guter Arbeitgeber spricht sich rum – und die Bewerbungen kommen dann von ganz allein.

5. Präsentieren Sie sich nach außen hin besser

In einer digitalen Welt muss auch Employer Branding digital stattfinden. Ergänzen Sie Auftritte auf Jobmessen durch interessante Social-Media-Profile. Jede Plattform bietet mittlerweile Videofunktionen, über die Sie Einblicke in den Joballtag bieten können. Zum Beispiel wie das Straßenbauunternehmen Dalhoff GmbH, das Mitarbeiter und Azubis selbst berichten lässt, was ihren Job und ihren Arbeitgeber ausmacht.

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Lufthansa wiederum lässt Mitarbeiter in einem eigenen Karriereblog von ihrem Alltag erzählen. Außerdem stelllt das Unternehmen auf dem Instagram-Account einzelne Mitarbeiter und deren Jobs vor.

Ein letzter Tipp zu diesem Punkt: Legen Sie Ihrem Unternehmen ein Profil auf Portalen wie kununu und glassdoor an. Hier können sich interessierte Bewerber anhand von anonymem Feedback zum Job über die Arbeits- und Unternehmenskultur informieren. Wichtig dabei ist, dass Sie auf die Rezensionen eingehen.

6. Der Einstieg ins Unternehmen macht viel aus

Optimierte Recruitingprozesse sind ein wichtiger Teil des Employer Brandings! Recruiting sollte heute mit dem gleichen grundlegenden Gedanken wie die Kundengewinnung funktionieren. „Ich will die besten Mitarbeiter unbedingt und mache es ihnen deshalb besonders einfach, sich zu bewerben!“ Diese Einstellung ist tausendmal erfolgreicher als „Der kann dankbar sein, wenn wir ihn zum Vorstellungsgespräch einladen. Dafür muss er aber auch was tun: Bewerbung per Post senden und zum Gespräch zwei Stunden in eine andere Stadt fahren.“

Bewerbungsprozesse lassen sich heute digital viel einfacher und effizienter aufsetzen – für beide Seiten. Einen guten Eindruck macht es außerdem, wenn potenzielle Bewerber schon vorab erfahren

  • was sie im neuen Job erwartet
  • welche Aufstiegsmöglichkeiten sie haben

Die Top-Maßnahme für starkes Employer Branding: Gute Weiterbildung

Auch ein zeitgemäßes Weiterbildungskonzept macht viel aus – und zählt wohl zu den wichtigsten Maßnahmen im Employer Branding. Mitarbeiter wollen gesehen und gefördert werden, sich weiterentwickeln. Das gilt insbesondere für die Generation Z, die man mit Firmenwagen und kostenlosem Obst am Arbeitsplatz nicht mehr für sich gewinnt. Was stattdessen zieht, sind Überstundenausgleich. Flexible Arbeitszeiten. Und fachliche bzw. persönliche Weiterentwicklung. Wer das bieten kann, tut schon viel für sein Branding als attraktiver Arbeitgeber.

Aber was heißt gute Weiterbildung denn? Auf jeden Fall bedeutet es nicht mehr: „Hier sind ein paar Seminare, die wir nützlich finden. Bilde dich mal weiter und fang mit dem Wissen an, was du willst.“

Gute Weiterbildung heißt, dass sie auf die Mitarbeiter zugeschnitten ist. Wenn ein Mitarbeiter viel vor Kunden präsentiert, erhält er das entsprechende Training, um souverän aufzutreten. Und keinen Excel-Lehrgang, der ihn gar nicht interessiert. Zudem sollte die Weiterbildung mit dem Joballtag vereinbar sein. Der wohl wichtigste Faktor ist aber: Sie ist nachhaltig, effektiv – und originell. Eine gute Lösung fürs Employer Branding via Weiterbildungsangebot ist deshalb Virtual Reality.

VR ist eine Weiterbildungsmaßnahme, bei der Mitarbeitende mit Spaß und Erfolg lernen. Viermal schneller als in klassischen Trainings bleibt das Wissen im Kopf. Zudem lässt es sich branchen-, abteilungs- und stufenübergreifend bei Mitarbeiterschulungen einsetzen. Vom Rhetorik-Training zum Softskill-Training. Von der Azubi-Ausbildung über den Onboarding-Prozess bis zur Weiterbildung für Geschäftsführer. Mit VR lässt sich eine Menge abdecken. Und es positioniert Sie im Employer Branding als zukunftsgerichtetes Unternehmen, das sich wirklich Gedanken um seine Angestellten macht.

Wer ist die Schönste im Land? Alle, die auf innovative Weiterbildung setzen

Gutes Employer Branding ist all das, was Ihr Unternehmen ans gewünschte Ziel bringt: Die Positionierung als Arbeitgeber, für den man morgens gerne aufsteht – und bei dem man sich unbedingt bewerben will, wenn man Stellenanzeigen sieht. VR hat hier großes Potenzial, Sie diesem Ziel ein ganzes Stück näherzubringen.

Viele Unternehmen setzen die simulierte Realität schon in Weiterbildungen ein, um ihre Arbeitgebermarke zu stärken. Wie sieht es bei Ihnen aus?

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