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Lernen mit KI: Effektive Strategien für personalisierte Bildung

„Es ist 5 nach KI.“ Die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz nehmen stetig zu – auch in der Personalentwicklung und im Corporate Learning. Dabei könnten gerade diese Bereiche noch besser zusammenarbeiten. Dazu muss man allerdings erst einmal lernen, mit KI umzugehen und – noch wichtiger – Arbeitsprozesse identifizieren, in denen KI als Werkzeug sinnvoll eingesetzt werden kann. Fest steht: Wer die Zukunft gestalten will, muss sie verstehen. Was ändert sich also durch die Möglichkeit vom Lernen mit KI?

Wie ist der Status Quo im Corporate Learning?

Inhalte und Methoden des Corporate Learning durchlaufen bereits seit einigen Jahren einem grundlegenden Wandel. Die COVID-19-Pandemie hat diesen Prozess jedoch beschleunigt und die Bedeutung digitaler Lernformate verstärkt. Der Trend hin zum E-Learning und zu Online-Kursen und ähnlichen Angeboten ist offensichtlich und bietet zahlreiche Vorteile wie mehr Bildungsgerechtigkeit beispielsweise für Quereinsteigende und generell mehr Flexibilität für Mitarbeitende – sowohl zeitliche als auch räumliche.

Unternehmen, die sich als „Lernende Organisation“ verstehen, sind bei Bewerbenden hoch im Kurs und können sich als attraktive Arbeitgeber positionieren, wie der Digitalverband Bitkom in einem Studienbericht herausarbeitete. Persönliche Weiterentwicklung steht somit höher im Kurs als beispielsweise der Firmenwagen oder der Bonus am Ende des Jahres. Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie stärken außerdem die Akzeptanz für digitale Lernformate, doch viele Mitarbeitende sind unzufrieden mit dem aktuellen Angebot, wie der Studienbericht zeigt. Ein Grund dafür ist, dass es längst nicht mehr ausreicht, analoge Lerninhalte einfach ins Digitale zu übertragen. Neue Lernmethoden sind gewünscht!

Die Einbindung von KI bietet hierbei eine großartige Möglichkeit eine zukunftsweisende Lernumgebung in Ihrem Corporate Learning zu schaffen. Dabei wird Lernen mit KI nicht nur den Bedürfnissen Ihrer Mitarbeitenden gerecht, sondern auch den steigenden Anforderungen des Arbeitsmarktes im digitalen Zeitalter. Aber was kann KI bereits leisten?

Was ist im Lernen mit KI bereits möglich?

Lernen funktioniert am besten, wenn wir uns ein persönliches Lernziel setzen, auf das wir hinarbeiten können. Und die Motivation wird noch gesteigert, wenn wir ein unmittelbares Feedback zu unseren Leistungen erhalten. Genau hier setzt auch das Lernen mit KI an!

Die meisten haben inzwischen von KI-Sprach-Modellen, wie ChatGPT gehört und viele haben sie auch schon einmal ausprobiert. Gerade weil diese Modelle prompt Antworten und Feedback zu Fragestellungen oder Problemen geben, sind Sie so beliebt. KI kann genutzt werden als:

  • Brainstorming-Partner: Sie sind beispielsweise dabei, ein Konzeptpapier für ein neues Produkt zu entwickeln und wissen noch nicht genau, welche Struktur für Sie am besten geeignet ist. Fragen Sie KI.
  • Datenauswerter: Oder Sie sind auf einer Veranstaltung, auf der wichtige Entwicklungen in der HR-Branche vorgestellt werden. Anstatt mühsam zu protokollieren oder mitzuschreiben, lassen Sie ChatGPT zuhören und anschließend eine Zusammenfassung schreiben.
  • Textgenerator: Sie sollen sich im Rahmen eines neuen Projekts zum Thema „Sprachen lernen mit KI“ weiterbilden. Dazu haben Sie sich ein Video angesehen und einige interessante Blogbeiträge gelesen. Nun können Sie aus diesem Material ein Quiz erstellen, um zu überprüfen, ob Sie die Inhalte verstanden haben. Um Ihre Lerninhalte auch anderen Mitarbeitenden zur Verfügung stellen zu können, lassen Sie die KI eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen erstellen.
  • Lernbegleiter: Chatbots können auch ganz einfach als Lernbegleiter eingesetzt werden. Sie wollen eine wichtige Pitch-Präsentation halten, wissen aber nicht, wo Sie anfangen sollen? Fragen Sie auch hier die KI. Genau an diesem Konzept arbeitet übrigens eine Förderinitiative der Bundeszentrale für politische Bildung. Das Projekt heißt „StudyBuddy“, ein auf Künstlicher Intelligenz basierender Chatbot, der Schülerinnen und Schülern als Lernbegleiter zur Seite steht.
  • Feedback-Geber: Sie halten zum ersten Mal einen Vortrag auf der Generalversammlung. Sie sind nervös und haben Angst, Ihre ausgearbeiteten Argumente durch Versprecher oder Blackouts zu vergeigen? Dann nutzen Sie KI doch, um ein Feedback zu Ihrem Vortrag zu erhalten. Tools, wie VR EasySpeech helfen Ihnen dabei. Üben Sie Ihren Vortrag in einem virtuellen Raum vor einem simulierten Publikum und lassen Sie sich am Ende ein detailliertes Feedback zu Sprechgeschwindigkeit, Verwendung von Füllwörtern und Pausen sowie Betonung Ihrer Aussagen geben und perfektionieren Sie Ihren Vortrag schon während des Übens!

Es wird schnell klar: In der heutigen Arbeitswelt, die durch ständige Veränderungen wie z. B. New-Work-Konzepte geprägt ist und in der wir uns ständig neues Wissen und neue Fähigkeiten aneignen müssen, reichen herkömmliche Weiterbildungsstrategien nicht mehr aus. Lernen muss individueller werden, um den Bedürfnissen jedes Einzelnen gerecht zu werden.

Generative KI-Tools und das Lernen mit KI können also eine entscheidende Rolle spielen und die Personalisierung unterstützen. Gleichzeitig werden Zeit und Aufwand reduziert, die Unternehmen in die Gestaltung komplexer Lernprozesse oder Weiterbildungsmaßnahmen investieren müssen. Schauen wir uns an, wie das aussehen kann!

ChatGPT als Inspirationsquelle

Sie suchen neue Ideen für eine Weiterbildungsstrategie? Fragen Sie den Chatbot nach kreativen Impulsen! Gleichzeitig wollen Sie Ihre Lerninhalte auf bestimmte Zielgruppen und deren unterschiedlichen Wissensstand zuschneiden? Auch hier kann ChatGPT Sie unterstützen.

Wir haben den Chatbot einmal nach einer möglichen Weiterbildungsstrategie gefragt und das kam dabei heraus:

„Eine innovative Weiterbildungsstrategie, die Ihr Unternehmen implementieren kann, ist das Konzept des „Microlearning“. Bei Microlearning handelt es sich um eine Lernmethode, bei der kurze, auf den Punkt gebrachte Lerneinheiten verwendet werden, um spezifische Fähigkeiten oder Kenntnisse zu vermitteln. Diese Lerneinheiten sind oft nur wenige Minuten lang und konzentrieren sich auf ein einzelnes Thema oder eine bestimmte Fertigkeit. Durch die Aufteilung des Lerninhalts in kleine Häppchen wird das Lernen effizienter und leichter verdaulich, was es den Mitarbeitern ermöglicht, schnell neue Informationen aufzunehmen und anzuwenden.

Ein Beispiel für Microlearning wäre beispielsweise die Bereitstellung von kurzen Video-Tutorials, die bestimmte Aufgaben oder Prozesse erklären, oder interaktive Quizze, um das Wissen der Mitarbeiter zu testen und zu festigen. Diese Lerneinheiten können dann flexibel in den Arbeitsalltag integriert werden, sodass die Mitarbeiter jederzeit und überall auf die Inhalte zugreifen können, wenn sie Unterstützung oder zusätzliche Informationen benötigen.“

Natürlich muss eine solche Strategie noch weiterentwickelt und angepasst werden, aber eines ist sicher: Lernen mit KI bereichert das Lernen in Unternehmen – vorausgesetzt, man weiß, wie man mit KI umgeht.

Das muss beim Lernen mit KI beachtet werden!

Nicht nur beim Lernen mit KI, sondern auch beim allgemeinen Umgang mit KI gibt es für Unternehmen, aber auch für die einzelnen Nutzerinnen und Nutzer einiges zu beachten:

Um Künstliche Intelligenz zielgerichtet und verantwortungsvoll einzusetzen, müssen Anwender zunächst lernen, gute Anfragen bzw. Prompts zu erstellen, um am Ende optimale Antworten zu erhalten. Dabei sollte sich niemand im Unternehmen blind auf Chatbots wie ChatGPT verlassen. Die Antworten, die die KI ausspuckt, müssen immer wieder überprüft werden. Konkret bedeutet dies, dass die Mitarbeitenden im rechtssicheren Umgang mit den Anwendungen geschult werden und wissen, dass sie einer externen KI-Anwendung keine persönlichen Daten anvertrauen dürfen.

Angesichts der ständigen Weiterentwicklung und Veränderung von KI ist es ratsam, diese Punkte im Auge zu behalten und Mitarbeitende und Führungskräfte regelmäßig zu schulen und die Anwendungsbereiche im Unternehmen zu überprüfen.

Fazit

Verstärktes Lernen mit KI bietet die Möglichkeit, den Lernprozess aktiv mitzugestalten. Dadurch steigern wir die Lernkompetenz und die Auseinandersetzung mit dem Thema bringt nicht nur eine persönliche Weiterentwicklung in Bezug auf KI, sondern auch in Bezug auf das eigene Thema. KI hält daher immer mehr Einzug in Corporate Learning-Strategien: Von ChatGPT bis VR – die Anforderungen an vielfältige Lernangebote steigen. Insbesondere KI in Verbindung mit Virtual Reality erweitert die Grenzen des traditionellen Lernens, schafft ein immersives Lernerlebnis und kann individuell auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Lernenden eingehen.

Vergessen wir nur nicht, unser kritisches Denken zu bewahren und auch einer KI nicht bedingungslos zu vertrauen. Dann kann auch das Lernen mit KI Spaß machen und einen weiterbringen!

Michelle Bittroff
Michelle arbeitet seit Oktober 2023 als Online-Redakteurin beim Verlag Dashöfer. Nach ihrem Germanistik-Studium in Leipzig hat es sie in die schöne Hansestadt Hamburg verschlagen, wo sie in ihrer Freizeit gerne spazieren geht und mit einem Kaffee in der Hand den Blick auf die Alster genießt.
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